Software-Engineering und Software-Qualität in Open-Source Projekten
Folgender Artikel wurde von Herrn
Jan Tobias Mühlberg
in der Kategorie "Softwaretechnik"
bereitgestellt.
Ausgehend von vorläufigen Ergebnissen einer Metastudie zu Open-Source-Software (OSS), befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Frage, inwieweit die bei der Entwicklung größerer OSSProjekte eingesetzten Entwicklungsmechanismen Auswirkungen auf die Qualität ihrer Produkte haben. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass OSS in der Regel als mit Closed-Source-Software vergleichbar oder besser angesehen wird und qualitative Defizite insbesondere den Bereich der Weiterentwickelbarkeit der Software betreffen. Im Folgenden werden das Zustandekommen dieser Defizite analysiert und Möglichkeiten zu deren Vermeidung aufgezeigt. Die Arbeit ist primär als Grundlage für eine weitere Diskussionen der Thematik Open-Source-Software-Engineering gedacht.
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Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit basiert auf umfangreichen Literaturanalysen zum Thema Open-Source- Software und Software-Engineering in Open- Source-Projekten. Es wurden verschiedene Vorzüge der in Open-Source-Entwicklungen eingesetzten Software-Engineering-Praktiken diskutiert und aufgezeigt, dass Open-Source-Software, im Falle von Projekten mit größeren Nutzer- und Entwicklerzahlen, der Meinung der gängigen Literatur zufolge, in qualitativer Hinsicht durchaus mit kommerzieller Closed-Source-Software konkurrieren kann. Ferner wird herausgearbeitet, dass die größten Defizite von Open-Source-Produkten im Bereich der Wartbarkeit des Quellcodes liegen. Diese Probleme stellen in verschiedener Hinsicht gleichzeitig Chancen und Herausforderungen für die Open-Source-Gemeinschaft dar: 1. Einige größere Open-Source-Projekte werden in absehbarer Zeit nur noch sehr schwer erweiterbar sein, ein grundlegendes Redesign wird unter Umständen nötig. 2. Die Möglichkeit, Redesign und Refactoring sehr effizient realisieren zu können, gilt als einer der entscheidenden Vorzüge der Agilen Softwareentwicklung. Zu beweisen, dass dies auch bei umfangreichen Projekten realisierbar ist, stellt eine große Herausforderung für die Zukunft dar. 3. Die Chancen, die sich daraus ergeben, betreffen insbesondere die Verlässlichkeit der betroffenen Projekte und bieten ihnen die Möglichkeit, sich in Hinblick auf Verifizierung und Zertifizierung deutlich von Closed- Source-Entwicklungen abzuheben. Der Autor kommt damit zu dem Schluss, dass eine stärkere Fokussierung auf Designfragen nötig ist, um die Stärken des Open-Source-Ansatzes gezielter nutzen zu können. |